Wir denken langfristig.
Unsere Vision ist der Aufbau eines Ortes, an dem Menschen und Tiere, die in bestehenden Systemen keinen Platz mehr finden, gemeinsam leben, arbeiten und Verantwortung übernehmen.
In fünf bis zehn Jahren soll daraus mehr entstehen als eine einzelne Einrichtung. Gedacht ist eine bewusst gestaltete Gemeinschaft für Jugendliche und Kinder aus stationären Hilfen, für junge Menschen, die als Systemsprenger gelten, für alte Menschen, die sich alleine fühlen, für Menschen ohne festen Wohnsitz sowie für Tiere aus dem Tierschutz.
Nicht alleine als soziale Idee, sondern als tragfähige Struktur mit klaren Rollen, Alltag und Verantwortung.
Der Weg dorthin ist bewusst schrittweise angelegt.
Der erste Schritt ist der Aufbau einer Einrichtung für Jugendliche, die als Systemsprenger gelten, in Kombination mit Tieren aus Tierschutzeinrichtungen. Hier entsteht die Grundlage: überschaubare Strukturen, klare Verantwortlichkeiten und ein Alltag, der Beziehung ermöglicht, ohne sie zu romantisieren.
Das Wort Ani stammt aus dem Hebräischen und bedeutet „Ich“ (אני).
Gleichzeitig gibt es im Hebräischen eine zweite Wortfamilie mit gleicher Lautung: עני – sie bezeichnet die Armen, Gedemütigten und sozial Niedergedrückten. Aus dieser Wortwurzel leitet sich auch der Begriff der Anawim (ענווים) ab – jene Menschen, die übersehen werden, keinen Platz haben und dennoch auf Würde und Gerechtigkeit hoffen. In dieser Spannung zwischen „Ich“, „den Armen“ und den „Anawim“ steht WeAreAni für das Recht auf ein eigenes Ich, auf Würde und Zugehörigkeit – unabhängig von Status, Leistung oder Anpassung.
Hinweis: Die Verwendung der hebräischen Begriffe dient ausschließlich der sprachlichen und historischen Einordnung. Sie hat keinen Einfluss auf unsere Haltung oder Ausrichtung. WeAreAni ist kein theologisches oder religiöses Projekt und wird weder von Kirchen noch von Religionsgemeinschaften beeinflusst.
Aktuell befinden wir uns in der Konzeptions- und Einordnungsphase für unser Pilotprojekt. Ziel ist es, Haltung, Grenzen und Grundlogik des Vorhabens fachlich prüfen zu lassen. Dazu stellen wir zentrale Dokumente öffentlich zur Verfügung und laden Träger, Jugendämter und pädagogische Fachkräfte ausdrücklich zur Rückmeldung ein. Kritik, Hinweise und Einwände sind Teil dieses Schrittes und ausdrücklich erwünscht.
Auf Basis der Rückmeldungen erfolgt die Konkretisierung der rechtlichen und organisatorischen Struktur. Dazu gehören Fragen der Trägerschaft, Aufsicht, Verantwortung, Schnittstellen zu Jugendämtern sowie die klare Abgrenzung zu Therapie-, Pflege- oder Verwahrangeboten. Ziel ist ein tragfähiger Rahmen, der Schutz, Verbindlichkeit und Transparenz gewährleistet.
Parallel dazu wird ein geeigneter Standort geprüft. Entscheidend sind Überschaubarkeit, Rückzugsmöglichkeiten, klare Strukturen und die Möglichkeit, Mensch und Tier verantwortungsvoll zusammenzubringen. Größe und Kapazität werden bewusst begrenzt. Wachstum ist kein Ziel, Stabilität schon.
Der erste operative Schritt ist der Aufbau einer Einrichtung für Jugendliche mit hoher Eskalationsdynamik ergänzt durch die Arbeit mit Tieren aus dem Tierschutz. Im Fokus stehen Alltag, Verantwortung, klare Regeln und Beziehung ohne Romantisierung. Das Angebot startet bewusst klein und überprüfbar.
Nach einer ersten Betriebsphase erfolgt eine fachliche Auswertung. Erst auf dieser Grundlage wird entschieden, ob und in welcher Form weitere Zielgruppen – etwa alte Menschen mit Einsamkeitserfahrungen oder andere Formen des Zusammenlebens – sinnvoll und verantwortbar integriert werden können.